Neuer FSJ´ler beim ATV: Matome Rampyapedi

Matome Rampyapedi kommt aus Südafrika und absolviert seit August 2013 ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TV Aldekerk. Der Kontakt zu dem 20-Jährigen, 1,91 Meter großen Linkshänder kam über den in Südafrika lebenden ehemaligen Aldekerker Handballspieler Günther Schäfer zustande. Besonders die jungen Handballerinnen und Handballer haben ihre wahre Freude mit dem handballbegeisterten jungen Mann und bestaunen seine gewaltige Sprungkraft.

Aus Soweto gekommen, um länger zu bleiben

Matome Rampyapedi (20) ist Handballer, kommt aus Südafrika und macht auf der Geschäftsstelle des TV Aldekerk sein soziales Jahr.

VON NORBERT HEMMERSBACH

ALDEKERK Manchmal schlendert Matome Rampyapedi gemütlich über die Außenbahn des Spielfeldes, als ginge ihn das Geschehen in der Vogteihalle nichts an, als gehöre er gar nicht dazu. Die Arme hängen dann reglos an der Seite. Man darf sich aber nicht täuschen lassen. Er muss nicht mal mit dem Hintern wackeln, um die gegnerischen Abwehrspieler in Panik zu versetzen - ein großer Junge aus Südafrika, der das Trikot des TV Aldekerk angezogen hat und mit sehr viel Freude hier spielt.

Auch in der Partie gegen die ehemaligen Nationalspieler spazierte er locker und leicht auf der rechten Außenbahn und machte mit dem Ball seine Kunststücke. Er fühlte sich gut, und weil vieles klappte, durfte er auch etwas länger spielen. Immerhin war er vor 800 Zuschauern im Einsatz. Die bisher größte Kulisse seines Lebens. Da traf es sich gut, dass in dieser Begegnung auch sein Vorbild Stefan Kretschmar im Einsatz war. Allein deshalb war es ein Spiel für die Ewigkeit.

Handball-Romantik im Quadrat: Auf der einen Seite junge Aldekerker, die es geil fanden, auf das Tor der deutschen Nationalmannschaft zu ballern. Auf der anderen Seite ältere Spieler, die die Bälle schon bei Europa- und Weltmeisterschaften reinmachten. Kurzum: Vor einem begeisterungsfähigen Publikum erzielte das ATV-Team Tore aus vollem Herzen und schlug etwas überraschend damit die erfahrenen Profis.

Nach dem Sieg versammelte der Trainer die Aldekerker Spieler um sich. Rampyapedi legte in dieser Spielerreihe dabei die Arme seiner Mitspieler um sich, als wolle er sich für immer an ihnen festhalten. Daraus kann was werden, denn es war ein guter Tag für den Südafrikaner. Das haben sie alle nach dem Jubel gesagt. Er muss jetzt nur noch die Schmerzen kennen lernen, die die deutsche Härte bringt.

Wenn nicht alles täuscht, dann ist Matomes Rampyapedis Entwicklung bislang aber eine Erfolgsgeschichte. Der Aldekerker Günter Schäfer, dessen Image beim „Soweto Handballclub“ in Südafrika stimmt, hat sich seiner angenommen und ihn zum ATV vermittelt.

Dort ist es ja fast schon wie bei richtigen Eltern. Das ist gut für den jungen Afrikaner, denn Kontakte sind wichtig, wenn die Familie Tausende von Kilometern entfernt lebt. Bernd Lemmen, der viele Jahre in Aldekerk erfolgreich Handball gespielt hat, besorgte ihm auf die Schnelle eine Wohnung, und in der Geschäftsstelle wird nun darauf geachtet, dass der junge Südafrikaner fleißig die deutsche Sprache übt.

Für die C-Jugendlichen des ATV ist er bereits jetzt ein Idealfall. Bei ihm üben sie Würfe auf das Tor und lange Zuspiele. Vielleicht wird von ihnen mal einer so gut wie Matome Rampyapedi, dessen ehemalige Kumpel verstreut über die Welt spielen. Die wird er nicht vergessen. Seine Eltern auch nicht. Er ist ein Telefonierer. Aber er hat jetzt neue Kumpel. Die heißen Arne, Niklas, Stefan und Andy.

Rückblick. Nach Spielen in der Junioren-Nationalmannschaft nutzte er die Chance für zehn Länderspiele im südafrikanischen Nationalteam. Darüber hinaus spielte er in der schwedischen Liga. Dass sein Leben etwas anders wurde, hängt, wie gesagt, auch mit dem Aldekerker Unternehmer Günter Schäfer zusammen, der in Südafrika geschäftlich vor Ort ist und ihn für den ATV verpflichtete. „Mir gefällt es in Aldekerk sehr gut“, sagte der 1,91 Meter große Handballer, der mit seinen Geschwistern gegenüber einem Ghetto in Soweto aufwuchs, wo die Kinder auf staubigem Untergrund den ganzen Tag dem Ball herlaufen.

Für ihn gab es seit seinem elften Lebensjahr allerdings nur Handball. Vor der Schule? Nach der Schule? Immer nur Handball! Das ist nun schon eine kleine Weile her, und das Deutschlernen muss noch ein wenig warten. Rampyapedis fühlt sich jedenfalls nicht einsam. Für ihn gibt es zurzeit nichts Schöneres, als beim ATV zu spielen und zu trainieren. Wenn man so will, dann blitzte in Rampyapedis Vorstellung schon früh ein Traum auf, der ihn ständig antrieb mit unbändiger Freude zu spielen und Handballtore aus vollem Herzen zu werfen.

Die Aldekerker sind fest davon überzeugt: „Matome wird noch ein richtig Guter.“

Zur Person

Name: Matome Rampyapedi

Alter: 20

Größe: 1,91 Meter

Tätigkeit: Soziales Jahr in der Geschäftsstelle des TV Aldekerk

Künstlername: Wir nennen ihn alle nur „Lefti“, verriet ATV-Coach Achim Schürmann. Der Grund dafür liegt auf der Hand: zum einen ist der Südafrikaner Linkshänder, zum anderen ist Handball ein so schneller Sport, dass für lange Namen keine Zeit bleibt.

Gesprächs-Dolmetscher: Stefan Perry vom Gelderner Gymnasium leistete Übersetzungshilfe.

Publikation            Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Lokalausgabe        Rheinische Post Geldern
Erscheinungstag     Samstag, den 26. Oktober 2013
Seite                     28

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